Frohe Weihnachten

Wunderschöne Weihnachten

Die Weihnachtszeit ist für mich die schönste Zeit im Jahr – die Seele baumeln lassen, Stress und Hektik weit hinter mir lassen. Leider ging alles wieder viel zu schnell vorbei. Diese Extra-Seite bietet einen kleinen Rückblick.

Bleiben Sie gesund und lassen Sie sich nicht unterkriegen! Erfreuen Sie sich an den kleinen Dingen im Leben, die Ihnen ganz sicher Kraft geben, die schlimme Zeit der Corona-Pandemie zu überstehen.

Freundliche Grüße von Sylvia Wentzlau

Frohes Fest
Biggi und Vroni wünschen ein Frohes Fest

Hier erhalten Sie einen kleinen Einblick in meine Weihnachtsgeschichte „Oh du schöne Weihnachtszeit“ – ab Seite 84 in meinem Buch „Die kleine Biene Summmalrum und andere Märchen und Geschichten“. Das Buch gibt es auch als eBook!

Oh du schöne Weihnachtszeit

Der November zeigte sich von seiner unfreundlichen Seite. Sturm und Dauerregen überzogen das Land. Gustav und Therese, die Kinder des Försters Möller, sahen traurig aus dem Fenster. Sie waren es ge­wohnt, im Freien zu spielen. Bei diesem schlechten Wetter verboten es ihnen ihre Eltern und so mussten die Kinder im Kinderzimmer bleiben. Nach einer Wei­le waren sie so in ihr Spiel vertieft, dass sie völlig die Zeit vergaßen und plötzlich war es Abendbrotzeit.

Therese war sechs Jahre alt und Gustav fünf. Die Kinder hatten sich sehr lieb. Wo das eine war, da wollte auch das andere sein. Durch ihre Eltern hat­ten sie ein enges Verhältnis zur Natur und zu den Tieren. Am liebsten streiften sie im Wald umher. Was gab es da nicht alles zu entdecken?!

„Weißt du Gustav, dass bald die schöne Weihnachts­zeit beginnt? Hoffentlich schneit es dieses Jahr! Ich möchte so gerne den neuen Schlit­ten ausprobieren! Ob Tante Else uns dieses Jahr wieder ein Paket mit Spielsachen und Schokolade schickt?“ Therese hatte ganz viele Fragen, die ihr auf dem Herzen lagen.

Die Familie wohnte in einem kleinen Ort in Thürin­gen, Tante Else in Westdeutschland. Sie kam zweimal im Jahr zu Besuch und zu Weihnachten machte sie den Kindern immer eine ganz besondere Freude.

„Wie schön wäre es, wenn wir dieses Jahr unser Pa­ket mit dem Schlit­ten vom Postamt abholen könn­ten!“

„Oh ja, das wäre fein!“

Im Kindergarten hatten die Kinder hübsche Sachen für ihre Eltern gebastelt, die sie in ihren Schubkäs­ten versteckten. Sie waren wahnsin­nig aufgeregt. In der Luft lag so viel Heimlichkeit. Die Kinder beschäf­tigte jetzt vor allen Dingen die eine Frage: Hatte der Weihnachtsmann ihre Wunschzettel erhalten?

Vor dem ersten Advent durchströmte ein herrlicher Duft das Haus. Therese und Gustav hatten mit Ihrer Mutti fleißig Plätzchen gebacken. Gustav durfte die Figuren ausstechen und Therese dekorierte sie mit Liebesperlen und Schokoladenglasur. Das machte beiden so viel Freu­de!

Einen Tag vor dem ersten Advent gingen die Eltern mit ihren Kin­dern in den Wald. Therese und Gustav hatten im Herbst Bucheckern und Kastanien für die Tiere gesammelt. Auch die Tiere des Waldes soll­ten im Winter keine Not leiden. Im Garten vor dem Haus stand ein großes Vogelhaus. Jeden Tag war der Tisch für die kleinen gefiederten Freunde reich gedeckt. Für die Kinder war es eine große Freude, die Vö­gel vom Fenster aus zu beobachten.

Noch war die Landschaft nicht mit einer dicken Schneedecke be­deckt. Der heiß ersehnte Schnee ließ auf sich warten.

Die nächsten Tage vergingen wie im Fluge. Einen Tag vor dem Niko­laustag stellten die Kinder ihre Tel­ler raus. Ob der Nikolaus wohl etwas bringen würde? Beide waren so aufgeregt. Gustav wollte unbedingt auf­bleiben. Er war ein kleiner neugieriger Bursche. „Therese, wenn wir auf­bleiben, dann sehen wir den Nikolaus!“

„Das dürfen wir nicht! Der Nikolaus erzählt es dem Weihnachts­mann und dann bekommen wir keine Ge­schenke!“

„Ach was, dass merkt der Nikolaus gar nicht! Wir sind ganz leise!“

Zum Glück schliefen beide Kinder vor Müdigkeit ein.

Am Nikolaustag waren beide Tellerchen mit Nüssen, einem Apfel, ei­ner Orange und Süßigkeiten gefüllt. Darüber freuten sich die kleinen Naschkatzen sehr.

Endlich kam die Benachrichtigung von der Post, dass die Familie Möller ein Paket abholen konnte. „Oh fein, endlich ist unser Weih­nachtspaket da! Jetzt fehlt nur noch der Schnee!“

Manchmal scheint Frau Holle ein Einsehen zu haben. Am nächsten Tag fielen dicke Flocken und hüllten die Landschaft in ein weißes Kleid ein. Überall glitzerte und funkelte es. Was für eine Pracht! Stolz fuhren die Kinder mit ihrem Paket nach Hause. Bis Weihnachten lag es in der großen Kommode im Wohnzimmer. Erst dann durfte es geöffnet wer­den.

Immer geheimnisvoller wurde es im Haus. Die Eltern verschlossen jetzt oft das Wohnzimmer. Das Schlüs­selloch hatte der Vater mit Papier von innen ver­schlossen. Er kannte seine zwei neugierigen Kinder ganz genau.

An den Nachmittagen bastelten die Kinder mit ihren Eltern die schönsten Sachen. Auch die alte Krippe wurde mit frischem Moos und Zweigen verschönt. Weihnachtsmusik klang durch alle Räume. Oh du wunderschöne Zeit!

Da die Eltern in der Vorweihnachtszeit viel zu tun hatten, waren die Kinder sich oft selbst überlassen.

„Therese, lass uns doch einmal in der großen Kom­mode nachsehen! Das merkt doch keiner!“

Therese war von dem Vorschlag zuerst nicht begeis­tert, aber die Neu­gier war stärker als ihr schlechtes Gewissen.

Auf leisen Sohlen schlichen sich beide in die gute Stube. Therese öff­nete die erste Schranktür. „Guck mal, da liegt ein großer Karton! Was da wohl drin ist?“

Vorsichtig nahm sie den Karton aus der Kommode und öffnete den Deckel. „Gustav, da ist mein heißer­sehntes Puppenkind! Was für ein entzückendes Ge­sichtchen und die herrlichen Schlafaugen! Genau so ein Püppchen habe ich mir vom Weihnachtsmann ge­wünscht!

Voller Freude schwenkte Therese das Puppenkind hin und her und dann warf sie es voll Entzücken in die Luft. Oh weh, die Puppe fiel auf…

„Oh du schöne Weihnachtszeit – aus meinem Buch „Die kleine Biene Summmalrum und andere Märchen und Geschichten, Seite 84 – 87
Gescmückter Weihnachtsbaum